Eine Geschichte, die mir gefällt:
Wer glaubt, er hätte in einer Situation nur zwei Möglichkeiten, der hat mindestens drei übersehen (Varga von Kibéd)
Ein Bauern besass einen schon etwas älteren Esel. Dieser Esel hatte in seinem kurzen Leben schon viel geleistet. Sein Fell hatte den Glanz schon fast verloren und irgendwie hatte er keinen Lebensmut mehr. Ein Huf schleifte ein bisschen hinterher und er war oft sehr müde. Und eben passierte es, dass er nicht aufpasste und in einen dunklen Schacht fiel. Er bekam furchtbare Angst und begann zu maulen. Der Bauer versuchte ihn mit einer langen Leiter herauszuholen. Aber es war einfach zu schwer. Auf einmal wurde das Maulen lauter und lauter. Der Esel wurde sich bewusst, dass das Leben oben an der frischen Luft viel angenehmer war als in dem muftigen Schacht zu sitzen. Das Gemaule ging dem Bauern auf die Nerven und er beschloss, den Schacht und den Esel zuzuschaufeln. Bei der ersten Schaufel rann dem Bauern Schweiss über das Gesicht. Der Esel bekam furchtbare Angst, als er die erste Schaufel Erde auf dem Rücken spürte. Er schüttelte sie ganz einfach ab und stieg darauf. So machte er damit weiter und hörte auf zu maulen. Und mit jedem Schritt, den er höher hinaufstieg wuchs seine Zuversicht. Mehr Erde, darauf steigen und noch mehr Erde … Alles erchien klarer und noch mehr Erde … hinaufsteigend. Er spürte eine leichte Brise, erfrischend und regenerierend und noch mehr Erde …, noch höher hinauf … Er spürte die ersten Sonnenstrahlen auf seiner Stirn, sich des Lebens erfreuend und die Leichtigkeit des Seins mit Erfolg und Tatenkraft erfüllend. Tatsächlich stieg er schmunzelnd aus dem Schacht … (frei nach Anita Jung)