World of Warcraft kostet 20 Euro pro Monat. Für eine kleine Kostprobe, die ich machen möchte, etwas viel – finde ich. Beim Service-Center bin ich weder telefonisch noch per E-Mail durchgekommen, um für eine kostenlose kurze Spielzeit anzufragen.
Als Ersatz habe ich mich mit der Gratis-Basismitgliedschaft von Second Life auseinander gesetzt. Auch hier findet das „Drama“ des echten Lebens im imaginären Raum statt (Susie Reinhardt, Psychologie Heute, September 2007, S. 40-44).
Im Unterschie zu Worl
d of Warcraft werden bei Second Life unter anderem Landschaften, Häuser und Gegenstände mit „Linden-Dollars“ ge- und verkauft. Verschiedene reale Firmen, Organisationen und Personen benützen Second Life als willkommene Marketingplattform: z.B. Adidas, Toyota, Mercedes, die Hambuger Handelskammer, die Politikerin Ségolène Royal sowie die Politiker Nicolas Sarkozy und Jean-Marie Le Pen. Auch der US-Kongress, die schwedische Botschaft und die Nachrichtenagentur Reuters sollen virtuell vertreten sein. Vom Axel-Springer-Verlag erscheint sogar die virtuelle Wochenzeitung „The AvaStar“. Ich habe festgestellt, dass selbst die ETH Zürich eine Präsenz in Second Life sucht.
Spielerinnen und Spieler können zwischen sechs wohlproportionierten weiblichen und entsprechenden männlichen Standardavatars auswählen. Der Psychologe John Suler hat anhand von „The Palace“, einer Second Life ähnlichen Begegnungsstätte, folgende Typen von Avatars herauskristallisiert: Star-Avatars (Popkultur), Schatten-Avatars (Sublimierung von „Schatten“ im Sinne von C.G. Jung), Person-Avatar (eigene Person), Tier-Avatars (Symbole), Macht-Avatars (übermässige Kräfte) und Attrakive Avatars (verführerisch). Im Onlinebuch „The psychology of cyberspace“ beschreibt er weitere Untersuchungsergebnisse.
Inzwischen habe ich mich bei Second Life angemeldet, einen Avatar ausgewählt (wahrscheinlich Kategorie Attraktive Avatars) und einen Vor- und Nachnamen gegeben. Nun bin ich noch auf der Suche nach einem Einstieg in diese Welt der Avatare. Ich werde morgen meine Studienkolleginnen und Kollegen fragen, wie ich da überhaupt reinkomme … oder übermorgen …